öffentliche Angelegenheiten

Montag, 30. Juli 2018

Säkularisierung kommt vor dem Wohlstand.

zcrux.zwalk 
aus derStandard.at, 28. Juli 2018, 20:00
 
Schwindet der Glaube, folgt Wohlstand 
Folgt auf den ökonomischen Aufschwung ein Einbruch bei der Religiosität – oder ist es umgekehrt? Forscher wollen nun eine Antwort gefunden haben

von Thomas Bergmayr

Bristol – Es ist im Grunde die religiöse Version der altbekannten Frage, was wohl zuerst da war: Huhn oder Ei? Konkret geht es um den mittlerweile sehr gut dokumentierten Zusammenhang zwischen Glauben und wirt- schaftlichem Prosperieren eines Landes. An zahlreichen Beispielen rund um den Globus lässt sich nachweisen, dass Staaten mit einem hohen Anteil an religiösen Menschen im Durchschnitt ökonomisch weniger erfolgreich sind. Das offiziell atheistische China beispielsweise steht wirtschaftlich bedeutend besser da als etwa Indien, wo Religion vielfach eine große Rolle im Alltag spielt.

Freilich gibt es auch Ausnahmen: Trotz rückläufigen Trends identifizieren sich immer noch über 70 Prozent der Bürger der USA, einer der größten Volkswirtschaften der Erde, als gläubige Christen. Und doch: Auch innerhalb der Vereinigten Staaten zeigt sich, dass an einer Verbindung zwischen Religion und Ökonomie etwas dran sein muss. Jene Bundesstaaten mit dem geringsten Anteil von Gläubigen sind im Schnitt die prosperierendsten.

Uralte Diskussion

Was aber ist die Ursache für diesen Zusammenhang? Führt Säkularisierung zu wirtschaftlichem Wachstum, oder ist es doch umgekehrt und materieller Wohlstand lässt das Interesse an Religion schwinden? Die Frage ist seit langem Gegenstand sozialwissenschaftlicher Diskussionen. Émile Durkheim, einer der Begründer der Sozio- logie als eigenständige Fachdisziplin, vermutete vor rund hundert Jahren, dass der Glaube eine immer geringere Rolle spielt, sobald die ökonomische Entwicklung zur Befriedigung unserer materiellen Bedürfnisse führt. Der deutsche Sozialwissenschafter Max Weber dagegen argumentierte, dass Veränderungen im religiösen Leben die ökonomische Produktivität antreiben.

Nun haben internationale Forscher zumindest einen Hinweis darauf gefunden, welches der beiden Phänomene – Religionsschwund oder Wirtschaftswachstum – dem anderen normalerweise vorausgeht. Das Team um Damian Ruck von der University of Bristol untersuchte Daten zur Wirtschaftsentwicklung und Säkularisierung aus 109 Ländern, die zwischen 1900 und 2000 erhoben worden waren. Dabei zeigte sich, dass ein Rückgang der Religiosität in der Bevölkerung stets vor einem wirtschaftlichen Aufschwung stattfand.

Wichtiger Faktor: Toleranz

Aber nicht nur das: Säkularisierung findet demnach nur dann vor einer ökonomisch positiven Entwicklung statt, wenn der Religionsschwund von einer allgemeinen Zunahme von Respekt für individuelle Rechte und Toleranz begleitet wird. Mit anderen Worten: Länder, in denen Abtreibungen, Scheidungen oder Homosexualität großteils akzeptiert werden, haben eine größere Chance auf einen zukünftigen wirtschaftlichen Aufschwung.

"Unsere Resultate zeigen, dass Säkularisierung ökonomischem Aufstieg vorangeht und nicht umgekehrt", sagt Ruckt. Das galt für mehr oder weniger alle untersuchten Kulturkreise. Der Wissenschafter betont allerdings zugleich, dass man hier nicht automatisch von einer Kausalität sprechen dürfe. Es sei ausschließlich eine Korrelation zwischen Religion und Wirtschaftsentwicklung festgestellt worden. "Es bedeutet daher auch nicht, dass religiöse Staaten nicht auch prosperieren könnten", sagt Ruck.

Zusammenhang mit Frauenrechten?

Alex Bentley, Koautor der im Fachjournal "Science Advances" präsentierten Studie von der University of Tennessee, ergänzt: "Vielleicht werden beide Entwicklungen von einem dritten Faktor ausgelöst." Dieser könnte beispielsweise die Stärkung von Frauenrechten sein. Die Studie deutet zumindest auf eine klare Verbindung zwischen dem vermehrten Zugang von Frauen zu Arbeit und Bildung einerseits und dem wirtschaftlichen Wohlergehen der Gesamtbevölkerung und einem Rückgang bei der allgemeinen Religiosität andererseits hin. 


Abstract
Science Advances: "Religious change preceded economic change in the 20th century."


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Freitag, 27. Juli 2018

Öffentlichkeit, oder Die Große europäische Kulturrevolution.

                                                   aus öffentliche Angelegenheiten

Die größte kulturelle Leistung der Menschheit seit der Erfindung des Ackerbaus war die Entstehung von Öffentlichkeit. Erst sie hat Privatheit möglich gemacht - und die freie Ent-faltung der Persönlichkeit.

Erst sie hat Wissenschaft möglich gemacht - und Vernunft überhaupt. Nur in der Öffentlich-keit kann das Individuum sich zum autonomen Subjekt ausbilden - und für den Schutz seiner Privatheit sorgen. Nur sie macht ein freiheitliches Gemeinwesen möglich.


Nur im Unterschied zur Privatheit kann es Öffentlichkeit geben. Öffentlichkeit kann nur bestehen, wo Recht herrscht. Recht kann nur herrschen als gleiches für alle; und rechtliche Gleichheit ist nur möglich unter der Herrschaft von Öffentlichkeit. Alles, was wir als Bausteine westlicher Kultur erachten, bedarf als seines der Öffentlichkeit. Sie ist A und Ω der Moderne, mit ihr endet das Mittelalter.


*

Ein zivilisatorisches Problem ist das Internet, weil es die Scheidung von öffentlich und privat untergräbt.


*

Ein gesellschaftspolitisches Problem wird Massenmigration, wenn sie in westliche Länder stattfindet aus Kulturen, die die Scheidung von öffentlich und privat nicht kennen - und deren Religion sich ihr womöglich widersetzt. 





Nota Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE
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Donnerstag, 26. Juli 2018

Wie verbreitete sich das Christentum über die Erde?

Ob diese Religion deshalb so erfolgreich wurde, weil sie von Mächtigen gefördert wurde, oder ob Unterprivilegierte die auch irdische Heilsbotschaft vorantrieben, ist umstritten.
aus derStandard.at, 24.07.2018 um 07:42

Wie verbreitete sich das Christentum über die Erde? 
Ob diese Religion deshalb so erfolgreich wurde, weil sie von Mächtigen gefördert wurde, oder ob Unterprivilegierte die auch irdische Heilsbotschaft vorantrieben, ist umstritten. Zumindest in Austronesien setzten Missionare erfolgreich auf die Mächtigen.

Von Jürgen Langenbach

Wie konnte aus einer Sekte mit 13 Köpfen im hintersten Judäa in kaum 2000 Jahren die Religionsgemeinschaft werden, die erdweit die meisten Mitglieder hat? Darüber streiten in der Forschung zwei Fraktionen, die eine setzt auf Machtstrukturen und top down. Ihr Kronzeuge ist der erste Anhänger dieses Glaubens an der Spitze eines Imperiums, Konstantin der Große, er platzierte Christen in Schlüsselpositionen seines Staatsapparats, und er ließ Geld an die Gemeinde fließen.

Allerdings kann man diese Schachzüge auch umgekehrt interpretieren, darauf und auf den Inhalt der Glaubens- botschaft, die sozial Egalitäres wie Nächstenliebe im Zentrum hat, setzt die Bottom-up-Fraktion: Ihr zufolge war die römische Gesellschaft vor allem in ihren unterprivilegierten Teilen schon so vom auch irdischen Heilsver- sprechen durchdrungen, dass Konstantin gar nicht anders konnte, als auf dieser Welle zu reiten.

Wie soll man den Streit entscheiden? Viele Gesellschaften sind politisch hierarchisch organisiert und zugleich sozial in Klassen geschichtet. Und in viele kam das Christentum zuerst mit den Jüngern und dann mit anderen Missionaren früh, das Rekonstruieren ist schwierig. Aber in einer Region der Erde dauerte es, in Austronesien, das ist die Inselwelt des Pazifik, 1668 trafen erste Verbreiter des Christentums ein. Sie trafen auf höchst unter- schiedliche Gesellschaften: Manche, wie die der Isnegg auf einer Philippineninsel, waren in Familienverbänden egalitär organisiert, andere, wie die auf Hawaii, waren straff hierarchisch gegliedert, auch in den Sozialstruk- turen gab es viele Varianten. Und dann waren da noch Populationen, die ein paar Hundert Mitglieder umfassten, andere hatten Zehntausende.

Deshalb hat Joseph Watts (MPI Human History, Jena) die konkurrierenden Hypothesen in dieser Region getestet, in 70 Gesellschaften. In den meisten kam die Christianisierung rasch voran – im Durchschnitt war sie nach 30 Jahren abgeschlossen –, andere blieben bis heute weithin bei Naturreligionen, die Kwaio etwa auf den Solomon Islands, sie schlugen Missionare tot. Ganz anders auf Kapinmarangi, die gesamte Bevölkerung war nach einem Jahr konvertiert.

Nicht auf Druck von unten

Aber wo auch immer, ein Effekt der egalitären Botschaft zeigte sich nirgends: „Wir finden keine Evidenz, dass die Präsenz einer Unterklasse das Konvertieren begünstigte“, berichtet Watts. Das mag auch an den Missionaren gelegen sein: „Die Ressourcen der Mission auf den mächtigsten Führer konzentrieren, den man gewinnen kann!“ Das war die Devise eines der erfolgreichsten Missionare in Austronesien, John Williams (1796–1839), auf der Insel Erromango half sie ihm am Ende nichts, die Bewohner waren Kannibalen, sie töteten und verzehr- ten ihn.

Hängt Christianisierung also an der weltlichen Macht, kam sie durch deren Willen so weit? Nicht nur, ein dritter Faktor war noch wirkmächtiger als die Hierarchie, die Größe der Gesellschaft: Kleine soziale Einheiten werden rascher von Innovationen durchdrungen. Auch das war bisher umstritten, da in größeren und segmentierten Gesellschaften Innovationen rascher ersonnen werden. Aber bis sie sich dann durchgesetzt haben, dauert es (Nature Human Behaviour 23. 7.).

„Unser Befund ist vermutlich generalisierbar“, schließt Watts: „Es gibt ähnliche Muster des Konvertierens in Afrika und Lateinamerika, wo durch Missionare Naturreligionen rasch vom Christentum abgelöst wurden.“


Nota. - Welcher Erkenntnisgewinn wäre es, wenn man wüsste, nach welchen Gesetzen sich das Christentum ausgebreitet hat? Doch wohl nicht, dass man vorhersagen könnte, wie sowas beim nächsten Mal abläuft. Denn ein nächstes Mal wird es nicht geben. Allenfalls müsste sich eine neue Religion gegen ein etabliertes Christen- tum durchsetzen; aber das wäre eine ganz andere Geschichte.

Ist also aus der tatsächlich verlaufenen Geschichte nichts zu lernen? Die Frage lässt sich überhaupt erst sinnvoll stellen, wenn man sich darüber klargeworden ist, dass es sich jeweils nur um diese Einsicht in diese Geschichte handeln kann.

Dass das Oberhaupt eines Weltreichs eine anfänglich verfolgte, aber drei Jahrhunderte lang in den unteren Volksschichten erfolgreiche Glaubenslehre quasi über Nacht zur Staatsreligion erhebt, wird kein zweites Mal vorkommen. Man darf sich allerdings fragen, was ihn dazu bewogen hat. Das würde ein Licht werfen nicht nur auf seine individuelle mentale Verfassung - darüber wird im Fall Konstantins reichlich spekuliert -, sondern, was interessanter ist, auf den damaligen Zustand besagten Weltreichs.

Bereits Konstantins Vorgänger war auf die Idee verfallen, anstelle des synkretistischen, pluralistischen und partikularistischen heidnischen Amalgams eine allgemeine, die einzelnen Teile des Imperiums vereinigende Staatsreligion einzuführen: den im römischen Heer verbreiteten Kult des Sol invictus. Das hat nicht weit geführt, denn überall außer in den Legionen war er ein Fremdkörper. Es mag nun sein, dass Konstantin tatsächlich ein persönliches Bekehrungserlebnis hatte. Das erklärt aber nicht, weshalb der zweite Versuch erfolgreicher war als der erste. Der Umstand, dass das Christentum gerade nicht als ein von Kaiser und Heer oktroyierter künstlicher Kult von oben, sondern als ein aus dem Volk emporgewachsener Glaube erschien, mag den entscheidenen Unterschied ausgemacht haben.

Freilich hatte sich Konstantin damit auch in sektiererische theologische Verstrickungen eingelassen, die er nicht mit einem Machtwort auflösen konnte. An erster Stelle die einfache oder vielfache Natur Christi spaltete die Gemeinden. Konstantin ließ sich zunächst von den Arianern taufen. Aber als sich zeigt, dass er auf das lahmere Pferd gesetzt hatte, holte er die Taufe bei den siegreichen Athanasianern nach.

*

Von der römischen Staatsverfassung und von der gesamten antiken Kultur hat allein die Kirche die europäische Völkerwanderung überlebt. In beiderlei Hinsicht konnte sie Karl der Große nicht entbehren. Als er sich gefallen ließ, dass der Bischof von Rom über die die römische Kaiserwürde bestimmte, hat er dem Christentum eine Machtposition verschafft, die keine andere Religion auf deer Erde je hatte.
JE

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Mittwoch, 25. Juli 2018

Von Fußball versteh ich nichts.

 
Wenn einer als Deutscher geboren ist, muss er sehen, wie er damit zurechtkommt. 

Wenn einer nicht als Deutscher geboren ist, soll er es nur werden, wenn er will. Und nur bleiben, wenn er es will; nämlich wenn er als Ausländer in Deutschland geboren ist.

Auf seine Herkunft kommt es dabei nicht an. Auf seinen Willen schon.



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Montag, 23. Juli 2018

Brot ist älter als der Ackerbau.

Archäologie Archäologie
aus Süddeutsche.de, 17. Juli 2018                                 Auf der Feuerstelle in der Mitte der Steine wurden die Brotreste gefunden

14 000 Jahre alte Brotreste, die viel verraten 
Brot könnte schon deutlich früher auf dem Speiseplan der Menschen gestanden haben als bisher gedacht. Archäologen haben im Nordosten Jordaniens verkohlte Spuren von 14 400 Jahre alten brot-ähnlichen Lebensmitteln gefunden. Bisher hatte man angenommen, Brot sei erst mit dem Ackerbau etwa 4000 Jahre später aufgekommen.

Die Forscher der Universitäten Kopenhagen, London und Cambridge untersuchten 24 verkohlte Überreste von Lebensmitteln aus ehemaligen Feuerplätzen. Ihre Erkenntnisse aus der Ausgrabungsstätte Shubayqa 1 präsentieren sie in der Fachzeitschrift PNAS.
 
Die Analyse legt nahe, dass die Jäger und Sammler aus dem Volk der Natufier unter anderem Einkorn und Strandbinsen nutzten, um flache, ungesäuerte, brotartige Fladen herzustellen. Der Anbau von Getreide sei zu dieser Zeit aber noch nicht üblich gewesen, so dass Brot wohl noch die Ausnahme war. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass getreidebasierte Lebensmittel wie Brot erst zum Grundnahrungsmittel wurden, als die Landwirtschaft fest etabliert war", schreiben die Forscher.

Möglicherweise hätten Jäger und Sammler jedoch überhaupt erst angefangen, Getreide anzubauen, weil sie aus wildem Korn das erste Brot gebacken hatten. "Brot bedeutet viel Arbeit", erläuterte der Londoner Archäologe Dorian Fuller. Dass man es trotzdem hergestellt hat, lege nahe, dass es als etwas Besonderes angesehen wurde. Und der Wunsch, mehr von diesem besonderen Essen zu machen, hat wahrscheinlich zur Entscheidung beigetragen, Getreide anzubauen."

Die elektronenmikroskopisch untersuchten Fragmente enthielten Spuren von Getreidekörnern, aber auch Wurzeln. "Sowohl die Getreide- als auch die Nicht-Getreide-Komponente scheinen gründlich gemahlen, gesiebt und ausgelesen worden zu sein", schreiben die Wissenschaftler. Das könne man nicht nur an der Größe der Teilchen erkennen, sondern auch daran, dass keinerlei Spreu oder ganze Körner gefunden worden seien.

Die Überreste seien den ungesäuerten Fladen sehr ähnlich, die an verschiedenen jungsteinzeitlichen Siedlungen und römischen Standorten in Europa und der Türkei gefunden worden seien, erklärte die Kopenhagener Archäobotanikerin Amaia Arranz Otaegui. "Wir wissen jetzt, dass brotartige Produkte lange vor der Entwicklung der Landwirtschaft hergestellt wurden", ergänzte sie. Zuvor hatte man diese Praxis bereits vermutet, weil man an der Ausgrabungsstelle Sichel-Klingen und steinerne Mörser gefunden hatte.

Eine Feuerstelle an der Ausgrabung Shubayqa 1, in der brotähnlichen Produkte von Archäologen entdeckt wurden.

aus FAZ.NET, 16.07.2018

... Die Analyse des Materials zeigt Spuren von Fasern von Wurzeln, Gräsern, aber auch von verschiedenen Körnern. Die Zutaten wurden fein gemahlen, zu einem ungesäuerten Teig vermengt und in den Feuerstellen gebacken. Das Ergebnis war eine Art Fladenbrot wie Richter und seine Kollegen in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie  schreiben. Das Korn stammte von wilden Getreidearten, die in dieser Region wuchsen. Im Nordosten Jordaniens lebten vor gut 14.000 Jahren  Jäger und Sammler aus dem Volk der Natufier.


Nota. - Der Fund ist von historischer Bedeutung. Dass der Übergng zum Ackerbau vor rund 12 000 Jahren im Jordantal begonnen haben muss, ist schon lange unbestritten. Völlig rätselhaft war jedoch, was die Menschen damals zu diesem Schritt bewogen haben mag. Dass Sesshaftigkeit und Landwirtschaft zu Grundlagen der Arbeitsgesellschaft, der Akkumulation von Reichtum und die Voraussetzung von Kultur würden, haben unser Vorfahren nicht ahnen können. Kurzfristig - aber immerhin für die nächstfolgenden Jahrtausende - bedeuteten sie eher eine Verschlechterung der Lebensbedingungen: Vereinseitigung der Ernährung und Mangelkrankheiten, das Aufkommen von Grundeigentum und Krieg und die daraus folgende Klassenspaltung der Gesellschaften und vor allen Dingen die Eingrenzung der Möglichkeiten. Wo war da ein positiver Anreiz?

Dass das Brot längst vorher bekannt war - noch vor dem Bier -, ist ein erster ernstzunehmender Hinweis. Es ließ sich, wenn genügend Getreide da war, auf Vorrat backen; ließ sich aber schlecht in praller Sonne umhertragen und brauchte kühle und schattige Verwahrung. Ein langsamer, stetiger Übergang von saisonaler Sesshaftigkeit zur Erntezeit zur dauerhaften Nierlassung für Aussaat und Ernte wird so plausibel. Dass das Bier nach der notwedigen die hinreichende Bedingung war, braucht gar nicht in Abrede gestellt zu werden.
JE

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"Europa kann sich selbst verteidigen."

Graf Spee
aus Badische Zeitung, 23. 7. 2018

Berlin (dpa) - Eine Mehrheit der Bundesbürger (56 Prozent) ist einer Umfrage zufolge davon überzeugt, dass Europa auch ohne den Beistand der USA für die eigene Sicherheit sorgen könne.

Im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer sind nur 37 Prozent der Meinung, Europa sei auf die militärische Hilfe der USA angewiesen. Laut der am Montag veröffentlichten repräsentativen Forsa-Umfrage gibt es in diesem Punkt kaum Unterschiede zwischen Ost und West sowie zwischen den einzelnen Wählergruppen - bei allen sei die Meinung vorherrschend, dass eine Verteidigung Europas auch ohne die USA möglich ist. ...

Nota. - Jetzt müsste ihnen bloß noch einer klarmachen, dass das ein teurer Spaß wird,
JE 



 
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Mittwoch, 18. Juli 2018

Vier-Tage-Woche - aber erst in Neuseeland.

aus FAZ.NET, 18.07.2018-07:54

„Weniger Stress“ 
Mehr Engagement, größere Zufriedenheit: Eine Fondsgesellschaft hat ausprobiert, was passiert, wenn die Mitarbeiter einen Tag mehr Wochenende haben. Hier kommt das Ergebnis.

Ein neuseeländisches Unternehmen will nach einem erfolgreichen achtwöchigen Test die Vier-Tage-Woche für seine Mitarbeiter dauerhaft einführen. „Die Produktivität stieg geringfügig an, der Stresslevel sank“, sagte der Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Perpetual Guardian, Andrew Barnes, im neuseeländischen Rundfunk.

Im März hatte das Unternehmen das Experiment für alle 240 Mitarbeitern gestartet – bei vollem Lohnausgleich. Ein Forscherteam der Auckland-Universität begleitete den Test, um den Einfluss auf die Belegschaft zu überwachen.

Barnes sagte der Zeitung „New Zealand Herald“, man habe ein massiv ansteigendes Engagement und eine deutlich größere Zufriedenheit der Belegschaft festgestellt. Die Produktivität sei demgegenüber nicht zurück gegangen.

Während vor dem Test 54 Prozent der Angestellten mit dem Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben zufrieden gewesen seien, sei diese Zahl während des Tests auf 78 Prozent gestiegen. Es habe sich gezeigt, dass die reduzierte Stundenanzahl keinen Einfluss auf die wöchentliche Produktivität gehabt habe. Er, Barnes, würde jedem Unternehmen in Neuseeland empfehlen, die Vier-Tage-Woche zu erproben.



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